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BürgerInnen sollen Lücke schließen

buergerbus projektBürgervereine und der BUND haben sich in einer Pressemitteilung enttäuscht über die ablehnende Haltung des Petitionsausschusses des Landes gezeigt. Ziel war es Unterstützung für eine sinnvolle Anbindung der S-Bahn-Haltepunkte Aprath und Hahnenfurth zu erhalten. Kaum war der Artikel bei taeglich.me erschienen, wurde dieser kommentiert und u.a. das Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass sich in Wülfrath nicht genug Ehrenamtliche finden, um ein Bürgerbusprojekt an den Start zu bringen. Ja, ja, das liebe Ehrenamt wird immer wieder gern gesehen und bemüht.

Tatsächlich engagieren sich bereits über 30 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Das heißt sie schenken der Gesellschaft einen Teil ihrer Freizeit und übernehmen Verantwortung in vielen Bereichen. Inzwischen gehört in fast jedem Bereich freiwilliges Engagement zum Alltag und entlastet den Staat. Daher ist es unglaublich, dass politischen VertreterInnen, die an den Schaltstellen sitzen – wie unsere Landtags- und Bundestagsabgeordneten - nichts besseres einfällt, als dort wo der Staat versagt, nach bürgerschaftlichen Engagement zu rufen.

Einer dieser Bereiche sind die Freiwilligen Feuerwehren. Bereits heute basieren circa 70 Prozent der Feuerwehren auf freiwilliges Engagement und schützen die Bevölkerung. Ohne diese Menschen – bundesweit sind dies mehr als 22.000 Personen – wären wir katastrophal unterbetreut.

Und nun ertönt auch noch verstärkt „der Ruf" nach Bürgerbusprojekten. Stellt sich die Frage, ob nun auch Bürgerbusprojekte vermehrt die Aufgabe des Staates – für einen flächendeckenden öffentlichen Personennahverkehr zu sorgen – übernehmen sollen?

Aktuell rollen schon über 500 Bürgerbusse über Deutschlands Straßen. In NRW verkehren rund 150 solcher Busse. Und es werden mehr. Getragen von mehr als 3.500 EhrenamtlerInnen. Den PolitikerInnen, die beklagen, dass sich nicht genügend Interessierte für einen Bürgerbus in Wülfrath gefunden haben, sei gesagt, dass es mehr als ehrenamtliche FahrerInnen für einen Betrieb des Bürgerbusses braucht. Auch die Bereitschaft der Kommune ist gefordert, ein Bürgerbusprojekt zu unterstützen. Da geht es jedoch nicht nur um organisatorische Hilfestellungen, sondern auch um die Übernahme eines eventuellen Defizits und eine oder einen permanenten AnsprechpartnerIn in der Verwaltung. Das bindet personelle Ressourcen und kostet bares Geld. Die PolitikerInnen vor Ort, die sich sonst über die städtischen Ausgaben große Sorgen machen, scheint dies in diesem Kontext jedoch nicht zu interessieren.

Das Land verlagert gekonnt (mit der „Förderung von Bürgerbusprojketen“ - §14ÖPNGV NRW) die Verantwortung und nutzt einmal mehr bürgerschaftliches Engagement, um eine Lücke zu schließen.

Mobilität ist Teilhabe der Menschen am gesellschaftlichen Leben und diese Teilhabe zu ermöglichen, liegt in der Verantwortung der politischen VertreterInnen in Bund und Land und darf nicht am Ehrenamt hängen!

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